Geschleifte Höfe | Rhönklub Zweigverein Petersberg e.V.

Geschleifte Höfe

Wanderung am 04.05.2014

Die Wanderführer Martin Heil und Peter Heim führten die Wanderer von Walkes  nach Geisa tlw. entlang der ehemaligen Grenze zur DDR und den geschleiften Höfen.
Walkes befindet sich am südlichsten Zipfel des Wartburgkreises und besitzt eine Flur, die einst unter strengsten Grenzmaßnahmen der DDR lag. Heute gehört sie zum Biosphärenreservat Rhön.
Ein privat finanzierter Gedenkstein erinnert an die 1964 dem Erdboden gleichgemachten Gehöfte in der Flur Seeleshof:

Die Wanderung führte vorbei an einem Gedenkstein für Moritz Goldschmidt (* 1863 in Bischhausen bei Eschwege; † 1916). Er war ein deutscher Lehrer und Botaniker in Geisa in der Rhön.
Am Rockenstuhl hatte der Geisaer Zweigverein des Rhönklubs 1922 einen ersten Gedenkstein für Goldschmidt aufstellen lassen, er wurde jedoch in der Zeit der Nazi-Herrschaft zerstört.
Auf dem Küppel bei Tann-Neuswarts ließ der Rhönklub 1971 als Ersatz einen zweiten Gedenkstein für den „Botaniker der Rhön“ errichten.

Das Geisaer Gebiet mit dem Ulstertal war, durch archäologische Funde belegt, seit der jüngeren Steinzeit (etwa 3500 v. Chr.) besiedelt. Die Siedlung Geisa wuchs allmählich und erfuhr durch die Ausweisung als Gerichtsplatz eine regionale Bedeutung zugeteilt.

Gemäß dem Potsdamer Abkommen wurde Geisa nach dem Krieg Teil der Sowjetischen Besatzungszone,  später der DDR. Die Stadt lag damit unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. Schon 1952 wurde hier mit einer ersten Grenzbefestigung begonnen, die gegen Ende der 1960er-Jahre ausgebaut wurde. In der Folge wurden in der Umgebung Dörfer und Aussiedlerhöfe dem Erdboden gleichgemacht.

Weitere Sehenswürdigkeiten auf der Wanderstrecke waren, ein Bildstock vor dem Ort Motzlar und die Mariengrotte bei Motzlar sowie die Mariengrotte bei Schleid (v.l.n.r.). Motzlar gehört zur Gemeinde Schleid und wurde wie Schleid selbst 1186 erstmals urkundlich erwähnt.

Endstation der Ganztagswanderung war Geisa.
Geisa gilt als wirtschaftlich-industrielles und kulturelles Zentrum des mittleren Ulstertales und hatte schon vor rund 1000 Jahren eine verwaltungstechnische Mittelpunktfunktion.
Nach einer gemeinsamen Einkehr und gemütlichen Beisammensein in einem netten Restaurant in der Nähe des Kulturhauses fuhren die Wanderer in Fahrgemeinschaften zurück nach Petersberg.