Der Mottener | Rhönklub Zweigverein Petersberg e.V.

Der Mottener

Extratour „Der Mottener

Am Sonntag, den 31.08.2014 trafen sich neun wetterfeste Wanderer um bei einer 80-prozentigen Regenvoraussage trotzdem auf eine „Extratour“ zu gehen. In Fahrgemeinschaften fuhren die Teilnehmer vom Rathausplatz zur Ortsmitte von Speicherz. Speicherz liegt kurz vor der bayrisch-hessischen Grenze in Unterfranken und gehört zur Gemeinde Motten im Landkreis Bad Kissingen.  Hier beginnt die „Extratour DER MOTTENER“, die von unserem Vereinsmitglied Martin Heil geführt wurde.
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Der über 16 km lange Weg in der der bayerischen Rhön ist mit einem roten „M“ ausgeschildert. Die Wanderung führt über 548 Höhenmeter von Speicherz über die Große und Kleine Mottener Haube zurück zum Ausgangspunkt.

Alle Hohl-, Erd- und Wiesenwege führen zunächst zum Geotop Pilsterfelsen.  Geotope sind Gebilde der unbelebten Natur, die Einblicke in die Erdgeschichte, einschließlich der Entstehung und Entwicklung des Lebens auf der Erde, vermitteln.
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Der Pilster ist ein steil aufragender Phonolithfelsen, an dessen Fuß im sogenannten „Sauerbrunnen“ kohlesäurereiches Wasser zutage tritt.  Alte Wetterkreuze und ein kleines Biotop, in dem sich Biber angesiedelt haben, erwarteten die Wanderer auf der Tour. Über die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser verläuft der Weg weiter zum Aussichtspunkt auf der Mottener Haube.

Der Aussichtsturm ist 23,8 m hoch. Von der 36 m² großen Aussichtskanzel hat man eine herrliche Fernsicht in die Rhön, den naheliegenden Spessart, das hessische Kegelspiel und bei gutem Wetter bis in den Taunus.

Der Premiumweg führt entlang der Grenze zwischen Bayern und Hessen. Die historischen Steine sind aus dem Jahr 1729. Die Jahreszahl 1873 steht für die spätere Grenzvermessung.
KB = Königreich Bayern mit dem fuldischen Kreuz der Fürstbischöfe von Fulda und Würzburg.
KP = Königreich Preußen mit dem nassauischen Löwen für Hessen.

Weil es häufig zu Irrungen im Grenzverlauf kam, mussten die Grenzen nach vorhergehender Begehung oft neu protokolliert und versteint werden. Die Amtsgrenze zwischen den fuldischen Oberämtern Brückenau und Motten einerseits und den würzburgischen Ämtern Waldaschach und Bischofsheim wurden 1774 neu bestimmt. Die zwischen dem Hochstift Fulda und Hessen war 1729 begangen und ein Rezess (landesrechtlicher Vergleich) aufgestellt worden.

Die teilweise mit kurzen steilen Anstiegen versehene und mit vielen tollen Eindrücken (landschaftlich und historisch) ausgestattete Wanderstrecke endete ohne Regen im „Gasthof zum Biber“ in Speicherz. Nach einer deftigen Mahlzeit fuhren die Teilnehmer frohgestimmt wieder gemeinsam zurück nach Petersberg.