Naturschutzwanderung | Rhönklub Zweigverein Petersberg e.V.

Naturschutzwanderung

Fledermäuse – Nächtliche Jäger der Rhön

Ein Bericht von Ursula Diegelmann (Schriftführerin):

Am Freitag, den 28. August, starteten 8 Mitglieder des Zweivereins Petersberg um 19:00 Uhr zu der Fledermausexkursion am Guckaisee.
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Am Guckaisee angekommen, waren schon ca. 60 interessierte Besucher, darunter etwa 20 Kinder zu der Exkursion erschienen. Der Fledermausexperte des Biosphärenreservats Rhön, Stefan Zaenker, freute sich über die starke Teilnehmerzahl. Er gab zunächst einen Einblick in das Leben der Fledermäuse. In der Rhön sind 12 Arten nachgewiesen. Am Guckaisee leben vor allem die Wasserfledermaus sowie die Zwergfledermaus. Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. So kann eine 7 Gramm schwere Fledermaus in einer Nacht bis zu 5.000 Mücken vertilgen. Um sich in der Dunkelheit zu orientieren, verwenden Fledermäuse ein auf Ultraschall basierendes Echolotsystem. Der Ruf wird von den Fledermäusen im Kehlkopf erzeugt, wo Luft zwischen den Stimmbändern hindurchgepresst wird und diese dadurch in Schwingungen geraten. Nach Einbruch der Dunkelheit war der Fledermausexperte mit entsprechenden Ultraschallgeräten ausgerüstet. Durch diese Geräte konnte man die Fledermäuse schon im Anflug hören und mit den eingeschalteten Taschenlampen ihren Flug verfolgen. Man konnte sogar sehen, wie sie Insekten im Flug fingen und Wasser aus dem See aufnahmen.
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Alle einheimischen Fledermäuse reagieren sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere in Deutschland. Das bekannteste Winterquartier in der Rhön ist der Milseburgtunnel, der im Winterhalbjahr zum Schutz der überwinternden Fledermäuse geschlossen wird.