Drachenschlucht | Rhönklub Zweigverein Petersberg e.V.

Drachenschlucht

Am Samstag, den 10. Sept. 2016 starteten 16 „mutige“ Wandere mit Kleinbussen Richtung Eisenach. Teilweise war dichter Nebel an diesem frühen Morgen und die Fahrt hatte etwas mystisches. „Drachen“ im Thüringer Wald? Niemand der Teilnehmer konnte so genau erklären woher der Begriff „Drachenschlucht“ kam. Selbst auf der so bekannte Plattform „Wikipedia“ wurde nichts gefunden.

Als wir unseren Startpunkt „Hohe Sonne“ erreicht hatten , kam die Sonne schon so langsam zum Vorschein.
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Die Vorsitzende begrüßte ganz herzlich die Rheingauer Wanderfreunde Waltraud und Hartwig Rusch. Die an der Wanderung durch die Drachenschlucht teilnahmen.

An der Stelle der heutigen „Hohen Sonne“ befand sich der Eingang zu einem großen Tiergarten, den Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach als jagdliche Einrichtung anliegen lies. Um die nahe Wartburg besser erlebbar zu machen, wurde schon im 19. Jahrhundert eine breite Sichtschneise angelegt.

Die Jagdleidenschaft des nachfolgenden Herzogs führte 1847 zum Bau eines Jagdschlosses, dessen Haltbarkeit jedoch beschränkt war.  Die Grundsteinlegung des heutigen „Schlosses Hohe Sonne“  war 1899. Es wurde als Hotel und Ausflugsgaststätte genutzt. Wegen nicht zu behebender Bauschäden wurde es ab 1985 geschlossen. Als provisorische Versorgung für die Wanderer wurden vom staatl. Forstbetrieb Eisenach Blockhütten am Parkplatz errichtet und ein Imbiss eröffnet. Dieses Provisorium besteht bereits 30 Jahre.
Nach diesen Informationen der 1. Vorsitzenden stiegen die Wanderer hinab ins Annatal und Mariental. Das Mariental erhielt seinen Namen von der der sachsen-weimarischen Herzögin Maria Pawlowna. Sie war die Schwester der damaligen  Königin Anna von Niederlande. Nach der das Annatal benannt wurde. Sie hatte den Ausbau der Drachenschlucht finanziell unterstützt. 

Die Drachenschlucht mit ihrer einzigartigen Klamm entstand über Jahrtausende durch die andauernde nagende Kraft des Wassers. Die Schlucht ist etwa 3 Kilometer lang und an der engsten Stelle nur 68 Zentimeter breit. Bereits 1832 wurde die Drachenschlucht der Öffentlichkeit begehbar gemacht, dazu mussten Wege und Stufen in de Fels gehauen werden.

Der Weg führt steil hinauf zur Elfengrotte, einer besonderen Felsformation. 1966 wurde sie als Schutzobjekt dem Landschaftsschutz unterstellt.

Nach dem zweiten Anstieg führte der Weg zur Waldgaststätte Sängerwiese. Es war warm und die Teilnahmen freuten sich auf ein kühles Getränk.

Von hier aus führte der Weg weiter zum Ziel, der auf einem schroffen Felsgrat bei 411 m ü.NN gelegenen Wartburg.

Der Weg ist gespickt mit Schneisen, die die Sicht zu der erhabenen Wartburg frei geben. Die heutige Wartburg wurde größtenteils im 19. Jahrhundert unter Einbeziehung der noch erhaltenen Vor- und Hauptburg neu gebaut.

Wie kaum eine andere Burg Deutschlands ist die Wartburg mit der Geschichte Deutschlands verbunden. 1211 bis 1227 lebte die später heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen auf der Burg. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als „Junker Jörg“ hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel ins Deutsche. Johann Wolfgang von Goethe weilte mehrfach hier, erstmals im Jahr 1877.

Den  etwa 1,5 stündigen Aufenthalt nutzte die Wandergruppe zum Kaffee trinken, die Burg zu erkunden und den tollen Ausblick zu genießen. Anschließend ging es zurück zur „Sängerwiese“, wo noch mal eine Trinkpause eingelegt wurde.

Dann fuhr die Gruppe zu der Gasstätte „Lutherstube“ in Eisenach, wo bei einem gemeinsamen „Ritter-Essen“ bei mittelalterlichem Flair der sonnige, ereignisreiche, tolle Tag beendet wurde.

Die ca. 12 km lange Tour wurde geführt von Felix Gaul und Heidi Schäfer.